Warum ich kein Fleisch esse

Foto English (pixabay)

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Als ich anfing, mich für Rohkost zu interessieren, wollte ich genauer wissen, was in dem Grünfutter drin ist. Schließlich hat es mich viel gesünder gemacht und etwas geschafft, was vorher kein Arzt und keine Pillen hinbekommen haben.

Auf jeden Fall habe ich ganz viel über Heilkräuter, Obst und Gemüse gelesen und für mich den Schluss gezogen, dass in pflanzlicher Nahrung alles drin ist, was wir Menschen zum Leben brauchen. Menschen können meiner Meinung nach auch ohne Fleisch gut leben. Ich höre jetzt direkt die vielen Bedenken: ohne Fleisch würde einem Eiweiß oder Vitamin B12 fehlen. Ich verlasse mich hier voll und ganz auf mein Körpergefühl. So lange es mir mit Rohkost gut bzw. sogar viel besser als früher geht, fühlt es sich für mich richtig an. Fleischessern werfe ich nicht vor, dass sie Fleisch essen. Ich finde, das muss jeder mit sich selbst ausmachen.

Ich selbst kann aber kein Fleisch mehr essen. Sobald ich es tue, vielleicht auf einer Grillparty oder einem Familienfest, wird mir nach dem Fleischverzehr leicht koddrig. Das war auch schon vor meiner Rohkost-Zeit so. Ganz besonders schlimm ist Fisch, wenn der Kopf noch dran ist und ich in die Augen des toten Tierchens gucke. Auf der Stelle wird mir schlecht. Und ich kann keinen Bissen mehr essen.

Je älter ich werde, desto schlimmer wird es. Ich finde, es ist blutige Gewalt wie mit den vielen Tieren auf dieser Welt umgegangen wird. Tiere sind doch auch fühlende Wesen, die einfach nur  leben wollen. Ich bin fassungslos und wütend, wenn ich höre, dass in Deutschland jedes Jahr 20 Millionen Ferkeln die Hoden ohne Betäubung abgeschnitten werden, damit das Fleisch später nicht unangenehm riecht. Es macht mich tief betroffen, wenn Kühe, Kälber, Schweine, Hühner, Truthähne, Enten, Gänse, Kaninchen und andere Tiere in so kleinen Käfigen oder Ställen gehalten werden, dass sie sich nicht einmal umdrehen können. Ich bin sprachlos, wenn männliche Küken in den Schredder kommen, da sie zur Produktion von Eiern nicht taugen. Dergleichen Bilder gibt es viele. Viel zu viele.

Wenn im Fernsehen Dokus über Massentierhaltung, Tiertransporte und Schlachtungen laufen, weine ich heimlich, betäubt von so viel Leid. Wenn du den stechenden Schmerz hinter dem Gaumen in Richtung Kehlkopf kennst, der nicht weggeht, wenn man ganz traurig ist, dann weißt du was ich meine. Selbst, wenn ich jetzt darüber nur schreibe, schnürt es mir schon wieder die Kehle zu.

„Ich glaube an den friedlichen Protest, und keine Tiere zu essen, ist ein solch gewaltfreier Protest“. Dieser Satz stammt von Paul McCartney von den Beatles. Er spricht mir aus dem Herzen. Ich denke, dass ist der mächtigste Protest, den wir leisten können: unser persönliches Beispiel.  Ich protestiere, indem ich an mir selbst zeige, dass ein Leben ohne Fleisch nicht nur möglich ist, sondern auch glücklicher und gesünder macht.

Zum Weiterlesen

  • http://vegetarisch-leben.de/
    Informationen zur Diskussion über Vegetarismus und Fleischkonsum
  • https://vebu.de
    Der VEBU ist die größte Interessenvertretung vegetarisch und vegan lebender Menschen in Deutschland und steht für eine pflanzenbetonte Lebensweise.

 

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