Kichern in der Kirche

Illuminierte Katharinenkirche an der Hauptwache Frankfurt Foto: Kerstin Buch

Illuminierte Katharinenkirche an der Hauptwache in Frankfurt im März 2018
Foto Kerstin Buch

Ich weiß noch wie ich vor einiger Zeit an einem Gottesdienst teilnahm und plötzlich lachen musste. Ich tat so als müsse ich husten und hoffte, dass es niemand merken würde. Es war mir furchtbar peinlich, weil man in der Kirche ja eigentlich nicht lacht, oder?

Es lag nicht in meiner Absicht, mich in irgendeiner Weise über die Kirche oder gar über Gott lustig zu machen. Im Gegenteil: In den letzten Jahren fand ich durch Krankheit zur Spiritualität und über meine Spiritualität zu Gott. Meine innere Stimme, mein Herz und mein Bauch glauben an das Göttliche. Ich habe hierbei kein bestimmtes Bild von Gott, sondern folge der Gewissheit, dass Gott überall ist und damit auch in jedem einzelnen Menschen. Für mich hat jeder Mensch einen göttlichen, einen guten und wunderschönen Kern, der – wenn er sich zeigt – Gänsehaut verursacht, glücklich und fröhlich macht.

Osterlachen bis sich die Bäuche biegen

Vor ca. 200 Jahren hätte ich mit meinem Lachen in der Kirche wohl voll im Trend gelegen. Denn zwischen dem 14. und 19. Jahrhundert war es zumindest zu Ostern üblich, dass der Pfarrer die Menschen der Gemeinde während der Predigt so zum Lachen bringen musste bis sie sich die Bäuche hielten. Das nannte man das Osterlachen. Mit diesem Lachen wollte man der ungezähmten Freude über Jesu Auferstehung, den Sieg der Liebe über den Tod und den Neubeginn des Lebens Ausdruck verleihen.

Bibel und Ei Foto Kerstin Buch

Bibel und Ei
Foto Kerstin Buch

Leider wurde dieser Brauch von den Kirchenoberhäuptern verboten, so dass er heute in Vergessenheit geraten ist. Schade, denn ich finde Lachen – und damit meine ich nicht das hämische Lachen oder gar die Schadenfreude – sondern das liebevolle Lachen über sich selbst, das hoffnungsvolle Lachen, wenn man traurig ist, das fröhliche Lachen in Gemeinschaft oder das ehrliche Lachen des Herzens können sehr gut dabei helfen, mit dem Leben besonders auch in schwierigen Zeiten besser klarzukommen.

Warum der Hase und nicht das Huhn die bunten Eier bringt

Eigentlich legt ja das Huhn die Eier, so dass man sich fragen könnte, warum ausgerechnet der Hase und nicht das Huhn das Symboltier für Ostern wurde. Hierzu gibt es mehrere Theorien.

  • Eine besagt, dass der Hase eigentlich ein missratendes Osterlamm gewesen sei. Ein Bäcker wollte ein Osterlamm backen, stellte aber anschließend fest, dass sein Backwerk mehr Ähnlichkeit mit einem Hasen hatte.
  • In der Antike war der Hase Spielgefährte von Göttern wie Aphrodite oder Eros und galt als Symbol für Fruchtbarkeit, Verliebtheit und Sinnlichkeit, das damit das neu beginnende Leben widerspiegelt.
  • Ebenso wird der Osterhase mancherorts mit der Dreifaltigkeit Gottes in Verbindung gebracht. Diese Interpretation der Dreifaltigkeit wird beispielsweise im Paderborner Dom im so genannten Dreihasenfenster dargestellt.
  • Manche sehen im Hasen aber auch einfach nur aufgrund seiner Fähigkeit, sich stark zu vermehren, ein Symbol für das Leben und die Auferstehung.

So richtig setzte sich der Osterhase als Brauch erst im 19. Jahrhundert durch. Davor brachten je nach Region auch andere Tiere wie der Fuchs, der Kuckuck oder der Storch die bunten Eier.

Das Ei ist in den meisten Kulturen schon länger ein Symbol für Fruchtbarkeit und neues Leben. Manche verbinden mit dem Ei auch die Liebe und das Glück. Beispielsweise gab es in Ostdeutschland, Polen und Finnland den Brauch, in die erste und letzte Ackerfurche ein Ei zu legen, als Ausdruck der Hoffnung auf eine gute Ernte. Ebenso wurden geschmückte Eier in das Gebälk von fertiggestellten Gebäuden gelegt, um das Bauwerk künftig vor bösen Mächten zu schützen.

Eier gelten als Symbol des Lebens: Diese daumennagelgroßen Meiseneier fand ich im Winter in einem verlassenen Vogelhaus, das bei uns im Hof hängt. Foto Kerstin Buch

Eier gelten in vielen Kulturen als Symbol des Lebens: Diese nicht mal 10-Cent-großen Meiseneier fand ich im Winter in einem verlassenen Vogelhäuschen, das bei uns im Hof hängt.
Foto Kerstin Buch

Zu Ostern soll das Ei Zeichen dafür sein, dass durch die Auferstehung neues Leben möglich ist. Das klassische Osterei war früher ein gekochtes und meist rot gefärbtes Hühnerei. Die Farbe Rot symbolisierte hierbei den Opfertod Christi. Daneben gab es aber auch noch grüne, gelbe, blaue und weiße Eier, die jeweils unterschiedliche Bedeutungen hatten:

  • Rot steht für den Opfertod Christi, Kraft, Magie, Liebe, Blut (Lebenssaft).
  • Gelb ist ein Zeichen für den Wunsch nach Erleuchtung und Weisheit, Licht Sonne, Helligkeit, Hoffnung.
  • Grün bedeutet Hoffnung, Neubeginn, Glück, Zufriedenheit, Ruhe, Harmonie, Jugend und Unschuld.
  • Blau gilt für Unglück und Kälte, so dass man es besser nicht verschenkt, wenn man den alten Traditionen verbunden ist.
  • Orange symbolisiert Kraft, Ausdauer, Ehrgeiz und dauerhafte Wärme.
  • Weiß ist die Farbe der Reinheit.

Heutzutage ist die Vielfalt der Ostereier riesig: Angefangen von bunten gekochten Eiern, Glaseiern, Porzellan- oder Plastikeiern bis hin zu Schokoladeneiern in allen erdenklichen Variationen – es gibt sicher nur wenig was es noch nicht gibt.

Rohköstliche Pralineneier

Obstblume.de - Hier zeige ich dir wie du leckere Marzipaneier aus Mandeln und Honig selbst herstellen kannst. Foto Kerstin BuchRohköstliche Marzipaneier aus selbst gemachtem Marzipan und pflanzlichem Pulver zum Färben des Marzipans – Die Eier schmecken süß und fruchtig. Foto Kerstin Buch

Dieser Vielfalt füge ich heute ein weiteres Osterei hinzu. Basis für meine rohköstlichen Ostereier ist selbst hergestelltes Marzipan, das im Wesentlichen aus Mandeln und alternativen Süßungsmitteln wie Honig oder Agavendicksaft besteht. Und so habe ich die Eier gemacht:

Rohköstliche Pralineneier ohne Zucker
Veröffentlicht von: 
 
Zutaten
  • 300 g unbehandelte Mandeln
  • 3 - 4 EL Honig (alternativ geht auch Agavendicksaft)
  • 2 - 4 TL Geriebene Zitronenschale
  • optional pflanzliches Pulver zum Färben (z.B. pulverisierte rote Bete, Ananas und Kurkuma)
  • Kokosflocken
Zubereitung
  1. Mandeln in einer Schüssel mit Wasser mindestens 10 bis 12 Stunden einweichen. Anschließend das Wasser abgießen und die braune Haut abziehen. Ist eine ganz schöne Fummelei, aber die Mühe lohnt sich!
  2. Die Mandeln für ca. 8 bis 10 Stunden bei 40 Grad im Dörrofen trocknen und anschließend in einem Mixer oder einer anderen Küchenmaschine zu feinem Mehl vermahlen.
  3. Die Schale einer Bio-Zitrone reiben.
  4. Das Mandelmehl, 2 bis 4 TL geriebene Zitronenschale, optional 2 bis 4 TL Pflanzenpulver (siehe Tipp weiter unten) und den Honig solange kneten bis eine schöne glatte Marzipanmasse entstanden ist.
  5. Aus der Masse kleine Eier formen und für ca. 1 Stunden kühl stellen.
  6. Die Eier in Kokosflocken wälzen.

 

Tipp – Pflanzliches Fruchtpulver zum Färben von Marzipan
Du kannst die rohköstlichen Marzipaneier mit diversen pflanzlichen Stoffen färben. Ich habe für die roten Eier z.B. frische rote Bete und für die gelben Eier Ananas und Kurkuma klein gehäckselt, dann ca. 12 Stunden im Dörrofen gedörrt und anschließend zu feinem Pulver gemahlen.

Ich wünsche dir schöne Ostern!

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.