Rohkost-Gemüsepulver

Rohkost-Gemüsepulver-Mischung und vorn von links separat getrocknetes Gemüse: Wirsingkohl, Karottengrün, Kohlrabi Foto Kerstin Buch

Rohkost-Gemüsepulver aus verschiedenem Gemüse (v.l.n.r. Wirsingkohl, Karottengrün und Kohlrabi)
Foto Kerstin Buch

Beim Durchstöbern vieler Rezepte im Internet und selbst in Kochbüchern von Kochprofis ist mir aufgefallen, wie selbstverständlich Gemüsebrühe als Basis vieler Gerichte verwendet wird. Da in den Rezepten nicht näher erklärt wird, wie man Gemüsebrühe herstellt, wird wohl davon ausgegangen, dass man das Pulver aus dem Glas oder Brühwürfel verwendet. Einige dieser Gemüsebrühe-Pulver enthalten nicht mal fünf Prozent Gemüse, dafür aber jede Menge chemische Geschmacksverstärker. Deshalb habe ich mich nach Alternativen umgeschaut und mit Hilfe einiger Anregungen aus dem Internet ein sehr würziges rohköstliches Gemüsepulver kreiert.

Das Besondere an der Rohkostvariante ist, dass das Gemüse schonend bei niedrigen Temperaturen getrocknet wird und dadurch wertvolle Vitamine und Aromen nahezu vollständig erhalten bleiben. Das Gemüsepulver kannst du aber auch in einem normalen Ofen herstellen (unter weiterführende Links findest du eine Anleitung). Aufgrund der größeren Hitze geht das Ganze im normalen Ofen zwar viel schneller, aber einige hitzeempfindliche Vitamine werden sich sicher verabschieden. Dennoch finde ich das allemal besser als die chemisch zusammengesetzten Brüh-Pülverchen.

Würziges Rohkost-Gemüsepulver

Gemüse und Kräuter als Basis für ein würziges Rohkost-Gemüsepulver
Foto Kerstin Buch

Für etwa 100 g Gemüsepulver benötigst du Pi mal Daumen ein Kilo Gemüse und Kräuter. Außer Gemüse wie z.B. Kartoffeln, die man nicht unbedingt roh essen sollte, eignet sich fast jedes Gemüse zur Herstellung des Gemüsepulvers. Tomaten würde ich nicht nehmen, da sie eher gummiartig ausdörren, so dass es sicher schwierig wird, sie anschließend zu pulverisieren.

Besonders spannend finde ich es, auch mal einzelne Gemüsesorten zu dörren, um den intensiven Geschmack der jeweiligen Sorten besser kennenzulernen. Beispielsweise schmeckt Wirsingkohlpulver eher süß und lieblich, obwohl der frische Kohl ja nicht wirklich süß schmeckt.

Kostengünstig und besonders nährstoffreich wird das Gemüse-Pulver, wenn du zusätzlich einige selbst gepflügte Wildkräuter wie Brennnesseln, Löwenzahn oder Vogelmiere verwendest.

In dem folgenden Rezept habe ich die Grammzahl ab- bzw. aufgerundet, da es bei diesem Rezept nicht so genau darauf ankommt, ob zwei oder drei Gramm mehr oder weniger von einer bestimmten Zutat enthalten sind. Wichtig finde ich das Salz. Einerseits gibt es dem Pulver zusätzliche Würze, andererseits konserviert es. Ich denke, dass das Pulver in einem luftdichten Glas an einem dunklen nicht zu warmen Ort gelagert mindestens ein Jahr lang haltbar ist.

Wenn du Gemüse-Pulver selbst herstellen möchtest, ist das Prinzip immer gleich: Gemüse putzen, klein häckseln, trocknen, mahlen und mit ausreichend Salz vermengen.

Würzige Rohkost-Gemüsebrühe

Rohkost-Gemüsepulver: Links auf dem Foto siehst du das gedörrte Gemüse, rechts das fertige grob gemahlene Gemüsepulver
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Mein Rezept ist nur eine Variante von vielen. Du kannst es beliebig abwandeln und z.B. auch Knoblauch, Zwiebeln, Petersilien-Wurzeln, Lauch oder ganz andere Kräuter verwenden. Nimm einfach, was da ist. Ich bin sicher, dass das Gemüsepulver immer gelingt, so lange du mehrere verschiedene Gemüsesorten und Kräuter verwendest.

Rohkost-Gemüsepulver
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Zutaten
  • 100 g Pastinake
  • 200 g Frühlingszwiebeln
  • 100 g Süßkartoffel
  • 350 g Kohlrabi
  • 350 g Karotten
  • 1 Bund Petersilie
  • 40 g Wildkräuter (Brennnesseln, Löwenzahn, Vogelmiere, Gundermann)
  • 20 g naturbelassenes Salz (z.B. Meersalz)
  • Diese Menge ergibt ca. 140 g Gemüsepulver.
Zubereitung
  1. Gemüse und Kräuter waschen und schadhafte Stellen entfernen. Pastinaken, Süßkartoffeln und Kohlrabi schälen. Das Gemüsegrün wie die Kohlrabiblätter oder das Grün der Karotten kannst du ebenfalls verwenden.
  2. Gemüse und Kräuter in einer Küchenmaschine klein häckseln. Falls du keine Küchenmaschine hast, kannst du das feste Gemüse auch mit einer manuellen Raspel zerkleinern und die Kräuter mit einem Küchenmesser hacken.
  3. Die Gemüsemasse dünn auf ein mit Dauerbackfolie ausgelegtes Dörrgitter des Dörrofens streichen.
  4. Bei 42 Grad mindestens 8 Stunden dörren lassen.
  5. Die getrocknete Gemüsemasse in einem Mixer grobkörnig pulverisieren und anschließend mit dem Salz vermischen. Hierfür habe ich den Personal Blender, einen kleinen Handmixer, genutzt.

 

Das frisches Gemüsepulver duftet herrlich aromatisch. Ich verwende es beispielweise als Würze in Salat-Saucen und herzhaften Cremes, in Suppen oder Rohkost-Crackern.

Weiterführende Informationen