Was ist Rohkost?

Frisches Obst und Gemüse Foto Pixabay/ Mikorad

Frisches Obst und Gemüse
Foto Pixabay/ Mikorad

Bei der Rohkosternährung geht es darum, Nahrungsmittel so gut wie unverarbeitet, also weder bei großer Hitze gebackene, noch gekochte oder industriell verarbeitete Nahrung zu sich zu nehmen.

Die Theorie besagt, dass besonders Proteine, Enzyme, Aromastoffe und einige hitzeempfindliche Vitamine ab ca. 42 Grad zerstört werden und der Nährwert erhitzter Lebensmittel dadurch niedriger ist.

Interessant finde ich, dass diese Temperaturgrenze genauso für Menschen gilt. Wer mit 42 Grad Fieber im Bett liegt, ist schwer krank. Medizinische Fachbücher geben die maximale Körpertemperatur, die ein Mensch überleben kann, mit 42,3 Grad an. Demnach sind wir also genau so empfindliche Pflänzchen wie Obst und Gemüse. 😀

Rohkost ist nicht gleich Rohkost

Wie meistens im Leben gibt es auch in der Rohkostszene tausend verschiedene Meinungen (mit meiner wären das schon 1001) und Praktiken. Während die einen (z.B. die Instinctos) auch rohe Eier, rohen Fisch und rohes Fleisch essen, finden andere die vegane Rohkost selbstverständlich. Einige von ihnen konzentrieren sich auf Wildkräuter und Früchte – auch als Urkost nach Franz Konz bekannt – und wieder andere schwören auf Obst- und Gemüsesäfte, z.B. die Anhänger von Dr. Norman W. Walker, der ausschließlich von Säften aus frisch gepressten Früchten und Gemüse lebte und damit sich und viele seiner Patienten heilte. Er wurde übrigens 116 Jahre alt.

Um etliche Rohkostbücher und Erfahrungen schlauer weiß ich inzwischen: DIE Rohkosternährung gibt es nicht. Mein Motto ist: Einfach ausprobieren und den Bauch entscheiden lassen, ob es schmeckt und gut tut.

Rohkost macht zufrieden

Hätte mich vor einigen Jahren jemand gefragt, was ich unter Rohkost verstehe, dann hätte ich ihm geantwortet:

Grüner Salat, Äpfel, Möhren. Irgendwie langweilig und so richtig satt wird man davon auch nicht. Das ist mehr was für Leute, die sich der Gesundheit zu Liebe kasteien.

Doch heute ist Rohkost für mich viel mehr: Sie ist lebendig, intensiv im Geschmack, bunt, fröhlich, extrem vielseitig und schmackhaft. Mit Askese hat das nichts zu tun. Im Gegenteil – Rohkost macht zufrieden! Durch die reichhaltigen Zutaten mit hoher Nährstoffdichte fühlt man sich für mehrere Stunden richtig satt, ohne dabei ein unangenehmes Völlegefühl zu haben.

Leckere Rohkost-TorteFoto Kerstin Buch

Leckere Rohkost-Torte
Foto Kerstin Buch

Genial finde ich, dass man vieles, was den meisten Menschen in unseren Breitengraden schmeckt, auch rohköstlich herstellen kann. Dazu gehören beispielsweise Käse und Brot, Cracker, Nudeln, Müsli, Joghurt, Milch, Pizza, Suppen und Kuchen, Schokolade oder Eis. Das Schöne ist, dass diese Rohkost-Gourmetküche auch „Normalesser“ überzeugt und sie mitunter nicht einmal merken, dass es sich um Rohkost handelt. Allerdings scheint Thomas – meine bessere Hälfte – ein besonders schwieriger Fall zu sein. In der Regel will er mein „Grünfutter“ nicht. Aber eines Tages finde ich auch für ihn was Leckeres! Bis dahin übe ich weiter.

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