Kaum bekanntes leckeres Wintergemüse für grüne Smoothies

Wintergemüse für grüne Smoothies

Wintergemüse für grüne Smoothies (Ewiger Kohl, Postelein, Hirschhornwegerich)
Fotos Kerstin Buch

Grüne Smoothies enthalten im Winter oft Feldsalat, Spinat, Rucola oder andere grüne Salate. Für diejenigen, die neben diesen Klassikern mal was Neues ausprobieren möchten, stelle ich hier drei eher unbekannte alte Gemüsesorten vor, die irgendwie in Vergessenheit geraten oder noch nie richtig entdeckt worden sind.

Das Besondere an diesen Gemüsesorten ist, dass sie auch für nicht so begabte Gärtner geeignet sind, da sie allesamt sehr anspruchslos und extrem pflegeleicht sind. Alle drei Gemüsesorten wachsen in Deutschland in ganz normaler Gartenerde auch im Winter und brauchen jetzt nur noch geerntet werden.

Drei leckere Wintergemüse für grüne Smoothies

Ewiger Kohl

Obstblume.de: Der ewige Kohl wächst im Garten auch im Winter.

Ewiger Kohl im Januar 2018 
Foto Kerstin Buch

Der ewige Kohl ist kaum bekannt. Laut Literatur findet er sich nur vereinzelt in Privatgärten am Niederrhein, in den Niederlanden und Belgien (siehe auch Reinhard, Ursula, Gemüseschätze). Und seit ca. einem Jahr auch in Südhessen in meinem Garten. 🙂
Ich habe die Pflanze bei Rühlemanns entdeckt und war gleich hin und weg. Bis dato wusste ich nicht, dass es Kohlpflanzen gibt, die bis zu zehn Jahre alt werden können. Mein Kohl ist mittlerweile ca. ein Jahr alt und gedeiht prächtig. Das Foto oben habe ich vor einigen Tagen gemacht und bin ganz begeistert wie toll der Kohl aussieht, obwohl es so kalt ist.

Der Kohl sieht aber nicht nur knackig aus, sondern schmeckt auch. Ich empfinde den Geschmack frisch, grün-würzig und bei weitem nicht so scharf wie Weißkohl und empfehle ihn unbedingt für grüne milde und aromatische Smoothies.

Kohl hilft gegen den Kater

Bemerkenswert ist die große Heilkraft sämtlicher Kohlsorten, die unsere Vorfahren noch kannten. Erste Überlieferungen zur heilenden Wirkung des Kohls stammen aus Griechenland. Beispielsweise rühmte der römische Agrarschriftsteller Cato in seinem „Lehrbuch der Landwirtschaft“ die Heilwirkungen des Kohls, insbesondere bei Wunden, Geschwüren und sogar bei Krebs. Cato hat der Nachwelt auch einige Rezepte und Tipps hinterlassen, wovon ich den folgenden besonders symphatisch fand, obwohl ich ihn noch nie ausprobiert habe.

„Wenn Sie mal so richtig schlemmen und zu tief ins Glas schauen möchten, dann nehmen Sie vor und nach dem Gelage rohes Sauerkraut zu sich. Sie werden dann alles ohne Verdauungsprobleme und Katzenjammer überstehen.“

Weitere Tipps und viele interessante Erfahrungsberichte zur Heilwirkung des Kohls findest du in dem Buch „Wunderheilmittel Kohl“.

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Postelein

Postelein im Februar 2018 Foto Kerstin Buch

Postelein im Februar 2018 – Die Blätter sind anfangs löffelförmig und in etwa so gross wie ein Fingernagel.
Foto Kerstin Buch

Postelein ist auch als Tellerkraut oder Winterportulak bekannt. Es stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde bei uns mehr oder weniger als „Unkraut“ eingeschleppt. Was für die einen Unkraut ist, ist für die anderen eine feine Delikatesse. Beispielsweise wird Posteilein in England, Frankreich und den Niederlanden seit geraumer Zeit als zarte Salatrarität angebaut. Erst seit kurzem wird Postelein auch bei uns in Deutschland angebaut, da man das frische saftige Grün gerade in den Wintermonaten ebenso schätzt wie seine heilkräftigen Inhaltsstoffe. Postelein enthält viel Vitamin C, Magnesium, Kalzium und Eisen.

Postelein im März 2016 – Später werden die Blätter größer und sind eher teller- bzw. herzförmig. Foto Kerstin Buch

Allerdings scheint der Anbau noch nicht so weit verbreitet zu sein, da ich Postelein bislang noch nie im Supermarkt und im Gemüseladen oder auf Märkten auch nur selten gesehen habe. Vielleicht liegt das daran, dass Postelein zwar grundsätzlich anspruchslos und ertragreich ist, aber auf überdüngten bzw. mehr oder weniger vergifteten Böden nicht gedeiht. Aus diesem Grund ist Postelein in der Regel auch kaum mit Schwermetallen belastet.

Wie dem auch sei: Wenn du Postelein genießen möchtest, dann bleibt dir wahrscheinlich nichts weiter übrig, als es selbst anzubauen. Die winzig kleinen dunklen Posteleinsamen keimen erst ab unter ca. 12 Grad, so dass es keinen Sinn hat, die Samen in den Sommermonaten zu säen. In der Literatur wird empfohlen, mit der Aussaat im September zu starten. Bei mir hat das aber auch im Oktober noch gut geklappt. Nach ca. acht bis zehn Wochen kann das Postelein zum ersten Mal geerntet werden. Und wenn du genügend Pflanzen gesät hast, dann kannst du das frische Grün den ganzen Winter über bis zum April ernten.

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Hirschhornwegerich

Hirschhornwegerich im Februar 2018 - Die Blätterform erinnert an ein Hirschgeweih Foto Kerstin Buch

Hirschhornwegerich im Februar 2018 – Die Blattform  erinnert an ein Hirschgeweih
Foto Kerstin Buch

Der Hirschhornwegerich ist echt der Knüller. Er schmeckt zart, saftig und leicht nussig. Ich habe ihn im letzten Frühjahr ausgesät. Anfangs wollte er nicht so recht wachsen, aber danach ging es rasant aufwärts. Er sieht jetzt – mitten im Winter – fast noch genauso grün aus wie im Sommer und schmeckt im Salat oder Smoothie fein und leicht würzig.

Der Hirschhornwegerich ist mit dem wild wachsenden Spitzwegerich verwandt und eigentlich in mediterranen Ländern heimisch. Er wächst aber ebenso gut auch hier in Deutschland.
Er gilt als ausgesprochen winterfest und kann damit das ganze Jahr über geerntet werden. Samen habe ich noch keine genommen, da ich nicht genau weiß, wann sie reif sind. Ich habe aber den Eindruck, dass er sich auch ohne mein Zutun vermehrt, so dass ich ihm in diesem Jahr nur noch ein wenig mehr Platz freimachen muss.

Der Hirschhornwegerich enthält viel Vitamin C, A, B2 und Calcium und ist damit ein sehr guter Kandidat für den grünen Wintersmoothie.

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