Fruchtiges Mango-Granatapfel-Törtchen ohne Backen

Rohkosttörtchen Mangao-Granatapfel ohne Zucker

Fruchtiges Mango-Granatapfel-Törtchen, das ich mit einem roten Rand aus fruchtigem Erdbeerleder dekoriert habe.
Foto Kerstin Buch

In der Rohkostküche gibt’s sooo leckere Sachen. Hierzu gehören auch kleine süße Törtchen, für die du weder Mehl noch Zucker brauchst. Die Törtchen bestehen aus rein pflanzlichen gesunden Zutaten, die so nahrhaft sind, dass du wahrscheinlich nicht mehr als ein Stück Torte benötigst, um satt und zufrieden zu sein. Darüber hinaus sind sie relativ einfach zubereitet, wenn man erst mal die richtigen Mischungsverhältnisse der einzelnen Zutaten gefunden hat.

Der Tortenboden 

Der Boden von Rohkosttorten besteht meist aus Mandeln oder Nüssen und getrockneten Früchten, wie z.B. Datteln, Feigen oder Rosinen, die dem Boden Süße verleihen und ihn zusammenhalten. Viele Nüsse sind von Natur aus schwer verdaulich. Das merkst du daran, dass du nach einer nussreichen Mahlzeit ein unangenehmes Völlegefühl im Bauch hast. Das liegt daran, dass die Nüsse und auch andere fettreiche Samen einen Enzymhemmer enthalten, der dafür sorgt, dass sie nicht so schnell keimen.
Diese Enzymhemmer können durch längeres Einweichen in Wasser abgebaut werden, so dass die Nüsse und Samen nach dem Einweichen für uns viel leichter verdaulich sind. Ich finde auch, dass die Nüsse dann viel lieblicher schmecken.

Die Trockenfrüchte weiche ich ebenfalls für mindestens zwei Stunden in Wasser ein. Dadurch werden sie geschmeidiger und milder und sind meiner Erfahrung nach noch bekömmlicher.

Rohkost-Tortenboden aus Mandeln und Datteln Foto: Kerstin Buch

Rohkost-Tortenboden aus Mandeln und Datteln. Die Springformen gebe ich auf ein Tablett, das ich zuvor mit Frischhaltefolie bedeckt habe. Auf diese Art lässt sich der Boden später sehr gut abziehen.
Foto: Kerstin Buch

Zur Herstellung des Bodens gibst du die eingeweichten und abgetropften Nüsse und Trockenfrüchte einfach in einen Mixer oder eine Küchenmaschine, in der sie grob gehäckselt werden. Anschließend formst du aus dieser Mischung den Tortenboden. Ich nutze hierfür kleine Backringe, in die ich die Masse fülle und ein wenig andrücke. Anschließend kommt der Boden ein bis zwei Stunden in den Kühlschrank, damit er noch stabiler wird.

Die Tortencreme

Die Tortencreme bzw. die Tortenfüllung besteht in der Rohkostbäckerei oft aus pürierten reifen Früchten und Stabilisatoren, die für die nötige Festigkeit der Creme sorgen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Tortencreme zu stabilisieren. Beispielsweise können Chia- und Flohsamenschalen oder auch Leinsamen ein Vielfaches ihres Volumens an Flüssigkeit aufnehmen. Rührt man sie in Flüssigkeit ein, so dickt diese sofort ein. Ebenso eignen sich Kokosöl, das erst bei 25 Grad flüssig wird oder die Kakaobutter, die erst ab 40 Grad schmilzt. Im flüssigen Zustand eingerührt und anschließend im Kühlschrank gekühlt, machen sie die Tortenfüllung schnittfest.

Für mein heutiges Törtchen habe ich jedoch eine weniger fettreiche Variante gesucht, da ich finde, dass zu viel Fett manchmal den fruchtigen Geschmack des Obstes wegnimmt.

Auf einem Rohkostseminar bei Rohkostexpertin Gisela Bayer nahe Bremen habe ich so genanntes Irish Moos kennengelernt. Irish Moos ist getrockneter Knorpeltang aus Meeresalgen, das zum Gelieren nicht erhitzt werden muss. Es wird lediglich einige Stunden in kaltem Wasser eingeweicht und anschließend mit der Grundmasse zu einer geschmeidigen klumpenfreien Masse verarbeitet.

Ein ähnliches pflanzliches Geliermittel ist Agar-Agar, das es in Pulverform im Bioladen gibt und ebenfalls aus Meeresalgen hergestellt wird. Im Unterschied zu Irish Moss muss es erhitzt werden, damit es geliert. Wer also Wert auf 100 Prozent Rohkost legt, der sollte lieber zu Irish Moos greifen.

Ich selbst bin hier pragmatisch und verwende Agar-Agar auch in Rohkosttörtchen ab und an. Einerseits ist Agar-Agar nicht ganz so kostenintensiv wie unbehandeltes biologisches Irish Moos und andererseits geliert Agar-Agar auch, wenn man es nicht wie auf der Packungsbeschreibung angegeben zwei Minuten lang kocht, sondern nur leicht erwärmt. Hierzu gebe ich Agar-Agar einfach in das zu gelierende Fruchtpüree und verarbeite die Masse solange im Mixer bis sie leicht warm ist. Nach einer ca. zweistündigen Kühlzeit im Kühlschrank ist das Fruchtpüree schnittfest.

Unschlagbar gute Torten aus gesunden Zutaten

Auf jeden Fall schmecken Rohkosttorten einfach köstlich und sind eine gesunde Alternative zu herkömmlichen Torten. Wenn du nun neugierig geworden bist, dann schau dir das folgende Video an. In diesem Video zeigt Gisela Bayer wie vielfältig Rohkosttorten sein können und wie sie beim direkten Vergleich mit herkömmlichen Torten als unschlagbare Sieger hervorgingen.

Und hier das Rezept für mein Rohkosttörtchen:

Süßes Mango-Granatapfel-Törtchen ohne Backen
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Zutaten
  • 100 g Mandeln
  • 75 g getrocknete entkernte Datteln
  • 1 Mango
  • 1 Orange
  • 1 Zitrone
  • 1 Granatapfel
  • 2 EL Cashewkerne
  • 1 TL Agar-Agar
Zubereitung
  1. Für den Torten-Boden: Mandeln über Nacht und die getrockneten Datteln ca. zwei bis vier Stunden in einer Schüssel mit Wasser einweichen. Anschließend in ein Sieb geben, mit frischem Wasser abspülen und abtropfen lassen.
  2. Die Mandeln und Datteln anschließend in einem Mixer oder einer anderen geeigneten Küchenmaschine grob häckseln und in einen Tortenring füllen. Ich verwende kleinere Formen mit einem Durchmesser von ca. acht bis 14 Zentimetern. Die gefüllten Förmchen im Kühlschrank ca. zwei Stunden kühlen. Du kannst den Boden auch am Vortag vorbereiten und ihn bis zur Verwendung am nächsten Tag im Kühlschrank stehen lassen.
  3. Für die Tortencreme: Die Mango schälen, den Saft der Orange und zwei Esslöffel des frisch gepressten Zitronensaftes und ein bis zwei EL Cashewkerne in einem Mixer zu einer homogenen Flüssigkeit verarbeiten. Ein TL Agar-Agar dazu geben und so lange mixen bis die Fruchtmasse warm wird. Das dauert in meinem Vitamix ca. zwei Minuten.
  4. Die warme Tortencreme in die Tortenform auf den Boden gießen und mindestens zwei Stunden im Kühlschrank fest werden lassen. Anschließend lässt sich die Torte sehr gut aus den Springformen lösen.
  5. Als Topping und für den besonderen Frischekick kurz vor dem Servieren frische Kerne eines Granatapfels auf die Creme geben und genießen.

 

Lasst es euch schmecken. Kerstin

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