Komm, wir switcheln einen!

Der erfrischende Switchel ist ein Mega-Durstlöscher, der angenehm erfrischt und das Immunsystem stärkt. Foto Kerstin Buch

Der Switchel ist ein guter Durstlöscher, der angenehm erfrischt. 
Foto Kerstin Buch

Was für ein Wahnsinnssommer: Schon seit Wochen ist es um die 30 Grad warm, die Sonne scheint wie irre und zwischendrin verschönern uns Erde, Mars und ein blutroter Mond die laue Sommernacht.
Einfach herrlich und genau die richtige Zeit, um mal ordentlich einen zu switcheln. Ein Switchel ist ein prickelnder Megadurstlöscher, der aus Apfelessig, Ingwer, kaltem Wasser und einem Schuss Honig oder Ahornsirup besteht und richtig gut schmeckt.

Der Switchel wurde in den USA vor einiger Zeit wiederentdeckt, nachdem er zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert besonders in der Karibik weit verbreitet, aber später in Vergessenheit geraten war. Man vermutet, dass der Switchel aus Neuengland in die Karibik kam. Er wurde damals auch Haymakers Punsch (Heuarbeiter-Punsch) genannt, weil Farmer ihren Feldarbeitern während der schweißtreibenden Heuernte zur Stärkung und Erfrischung täglich einige Steinkrüge voll Switchel mitgaben. (1)

Switchel – Ein wahrer Gesundmacher

Dem Switchel sagt man nach, ein wahrer Gesundmacher zu sein. Und das nicht ohne Grund. Unpasteurisierter, naturtrüber Apfelessig reagiert trotz seines sauren Geschmacks ähnlich wie Zitrone im menschlichen Körper basisch und hilft damit den Säure-Base-Haushalt auszugleichen. Darüber hinaus kurbelt Apfelessig den Stoffwechsel an, reguliert den Cholesterin – und Blutzuckerspiegel und ist bei Hautunreinheiten sowie juckenden Insektenstichen wirksam.

Auch die Ingwerknolle besitzt zahlreiche Heilwirkungen. Aufgrund seiner Inhaltsstoffe wirkt Ingwer entzündungshemmend, antibakteriell und insgesamt immunsystemstärkend. Darüber hinaus fanden Forscher heraus, dass Ingwer sehr gut gegen Übelkeit besonders bei der Reisekrankheit hilft, Schmerzen lindert und die Fließeigenschaften des Blutes verbessert. Hierfür ist unter anderen das im Ingwer enthaltende Zingiberol verantwortlich, das eine ähnliche chemische Struktur wie das Aspirin hat. (2)

Frische Inwerknolle
Foto Kerstin Buch

Vom Heumacher-Punsch zum partytauglichen Cocktail

Das Schöne ist: Wenn du das Basisrezept einmal gemixt hast, kannst du den Switchel beliebig variieren. Zum Beispiel verleihen Kräuter wie Rosmarin oder Basilikum dem Switchel eine besondere Note und wenn du den ehemaligen Heuarbeiter-Punsch in einen feinen Cocktail für die abendliche Garten-Party verwandeln willst, dann gib einfach einen Schuss Gin oder Rum dazu. Ich bin mir sicher, dass deine Gäste es mögen werden.

Erfrischende Limonade mit Ingwer und Apfelessig Foto Kerstin Buch

Switchel mit Rosmarin aromatisiert Foto Kerstin Buch

Rohkost-Switchel ohne Kochen

Um einen Switchel zuzubereiten, wird der Ingwer in klassischen Rezepten einige Minuten gekocht. Ich denke, das kommt daher, dass man früher statt dem flüssigen Honig oder Ahornsirup eher Zucker verwendet hat, der durch das Kochen eine sirupartige Konsistenz erhalten sollte.

Da ich auf Obstblume jedoch Rezepte mit dir teile, in denen Lebensmittel niemals über 40 Grad erhitzt werden, habe ich eine rohköstliche Variante entwickelt, die sehr lecker ist.

Alles, was du zur Herstellung eines rohköstlichen Switchels benötigst ist ein Mixer und ein Sieb.

Rohkost-Switchel
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Zutaten
  • 2 cm frischer Ingwer
  • 3-4 EL Apfelessig
  • ½ Zitrone Saft
  • 1 EL Honig oder Ahornsirup
  • 750 ml stilles Wasser
  • Mineralwasser mit Kohlensäure
  • Eiswürfel
  • 0,2 cl Rum oder Gin je Glas (optional)
Zubereitung
  1. Vom frischen Ingwer ein ca. 2 cm großes Stück abschneiden und die braune dünne Haut abschälen.
  2. Den Saft einer halben Zitrone auspressen.
  3. Den Ingwer, ca. 3 bis 4 EL Apfelessig, den Zitronensaft, 750 ml stilles Wasser und den Honig oder Ahornsirup in den Mixer geben und solange mixen bis eine schöne cremige Flüssigkeit entstanden ist. Die Flüssigkeit umfüllen und im Kühlschrank ca. 2 Stunden ziehen lassen.
  4. Vor dem Servieren wird die Flüssigkeit abgesiebt und in die entsprechenden Gläser gefüllt. Die Gläser sollten nur ca. halb bis dreiviertelvoll sein, damit noch die Eiswürfel und für das prickelnde Extra das Sodawasser reinpassen. Für den besonderen Aromakick kannst du in jedes Glas zusätzlich einige Blätter leicht geriebenes Basilikum oder einen Rosmarinzweig dazugeben.
  5. Wenn du einen Cocktail zaubern möchtest, dann gib in jedes Glas einfach einen kleinen Schuss Gin oder Rum hinzu.

 

Literaturangaben

  • (1) Klauss, Nicole, Die neue Trinkkultur, Westend-Verlag, 2017
  • (2) Yeager, Selene, Das Ärztebuch der Heilkraft unserer Lebensmittel, Weltbild Buchverlag, 2009