Giersch-Orangen-Smoothie

Obstblume.de - Giersch-Orangen-Smoothie

Giersch-Smoothie mit Orangen und Banane
Foto Kerstin Buch

Giersch ist ein Wildkraut, das ich vor einigen Jahren auf einer Kräuterwanderung kennenlernte. Damals erzählten viele Teilnehmer, dass sie sich in ihren Gärten vor Giersch kaum retten könnten. Giersch würde in jedem Garten wie verrückt wachsen. Unser Garten schien da eine Ausnahme zu sein. Weit und breit kein Giersch. Letztes Jahr habe ich sogar eine Gierschpflanze bei Rühlemanns bestellt und sie liebevoll in den Steingarten gepflanzt. Es scheint ihr dort zu gefallen. Allerdings handelt es sich um eine Sorte, die sich weniger stark ausbreitet, so dass ich von diesem zarten Pflänzchen beim besten Willen nichts ernten will.

Kultivierter weiß-bunter Giersch (Geißfuß) von Rühlemanns Foto Kerstin Buch

Kultivierter weiß-bunter Giersch (Geißfuß) von Rühlemanns
Foto Kerstin Buch

Aber manchmal ist es schon verrückt. Jahrelang habe ich Giersch im Garten vermisst und mir sogar eine Pflanze gekauft. Jetzt ein Jahr, nachdem sich die Giersch-Pflanze von Rühlemanns langsam bei mir eingelebt hat, wächst auf einmal auch wilder Giersch in meinem Garten. Zuerst entdeckte ich ihn im Verborgenen unter dichtem Gestrüpp, mittlerweile steht er gut sichtbar mitten im Brombeerbeet. Anfangs war ich misstrauisch und dachte, es sei kein Giersch. Nun bin ich aber 100-prozentig sicher, dass es tatsächlich Giersch ist.

Wilder Giersch

Wilder Giersch Anfang Mai 2016
Foto Kerstin Buch

Ich erkenne Giersch an einigen markanten Merkmalen, die in dieser Form einmalig sein dürften, so dass eine Verwechslung mit anderen womöglich giftigen Pflanzen ausgeschlossen werden kann:

  • Dreieckige Blattstiele
    Die Blattstiele sind im Querschnitt dreieckig, wohingegen der Stängel der ausgewachsenen Pflanzen rund, kantig gefurcht und hohl ist.
  • Drei Blätter
    Aus dem Pflanzen-Stängel wachsen in der Regel immer dreigeteilte Blätter (Manchmal werden aber auch nur zwei Blätter ausgebildet). Wegen der einem Ziegenfuß ähnelden Kronblätter wird Giersch auch als Geißfuß bezeichnet.
  • Blattmulde
    Zwei der drei Blätter wachsen manchmal zusammen aus einem Blattansatz, so dass ein Blatt das andere leicht überdeckt. Dort wo es das andere Blatt abdeckt, hat das betreffende Blatt eine Mulde, so als ob es dem oberen Blatt Platz machen wolle.
  • Geruch
    Beim Zerreiben der Blätter entsteht ein würziger petersielienartiger Geruch.

Hinweis: Diese Erkennungsmerkmale helfen, Giersch zu erkennen. Trotzdem bitte ich dich, Giersch nur zu sammeln und zu essen, wenn du dir absolut sicher bist, dass es Giersch ist.

Giersch anhand prägnanter Merkmale bestimmen

Woran man Giersch erkennen kann
Foto Kerstin Buch

Geschmacklich erinnert Giersch an eine Mischung aus Petersilie, Sellerie und Karotte. Besonders gut schmeckt der junge Giersch, wenn er noch mild ist. Je älter der Giersch wird, desto aromatischer und petersilienähnlicher wird sein Geschmack.

Interessant ist, dass Giersch im Mittelalter in Klostergärten für medizinische Zwecke angebaut wurde. Giersch wurde damals auch als Gichtkraut oder in Anlehnung an den heiligen St. Gerhard – dem Schutzpatron der Gichtkranken – als St. Gerhardskraut bezeichnet, da es bei Gichterkrankungen besonders wirksam geholfen haben soll (1).

Giersch ist ein mild wirkendes beruhigendes Kraut mit harntreibenden, krampflösenden, entzündungshemmenden und entsäuernden Eigenschaften. Innerlich wird es u.a. bei Gicht und Ischiasbeschwerden und äußerlich in Form von Umschlägen bei Gicht bzw. rheumatischen Erkrankungen, Verbrennungen, Insektenstichen und als Zugabe in Bädern bei Hämorrhoiden angewendet (2, 3).

Der russische Autor und Kenner essbarer Wildpflanzen A. K. Koschtschejew lobt den Giersch als eine der nützlichsten Speisepflanzen mit enorm vielen Spurenelementen und Vitaminen (4). Beispielsweise besitzt der Giersch fünfmal so viel Vitamin A, 15-mal so viel Vitamin C und elfmal so viel Eiweiß wie Kopfsalat (5).

Ethnobotaniker und Kulturanthropologe Wolf-Dieter Storl schreibt in seinem Buch „Heilkräuter und Zauberpflanzen zwischen Haustür und Garten“: Aber nicht nur aufgrund ihrer chemisch analysierbaren Vitaminstoffe und Spurenelemente ist diese wildwachsende Nahrungspflanze wichtig. Sie schenkt uns auch etwas von ihrer schier unverwüstlichen Lebenskraft, jener Grünkraft, die Hildegard von Bingen mit überschwänglichen Worten lobpreist. Diese Kraft lässt sich zwar nicht wiegen und messen, macht sich aber im allgemein gesteigerten Lebensgefühl bemerkbar.

Und das Schöne ist – Giersch wächst von ganz allein und ist fast das ganze Jahr über für uns da. Der junge Giersch schmeckt frisch als Salat oder in einem Smoothie besonders gut. Man kann Giersch aber auch als Tee genießen, wie Spinat zubereiten, in Kräuterbutter oder Pestos verarbeiten oder getrocknet als Gewürz nutzen.

Ich habe ein tolles Giersch-Smoothie-Rezept, das ich heute gern mit dir teilen möchte.

Obstblume.de - Würziger Giersch-Smoothie mit Orangen und Banane

Würziger Giersch-Smoothie mit Orangen und Banane
Foto Kerstin Buch

Dieser liebliche Giersch-Orangen-Smoothie schmeckt beim Trinken krautig-süß und hinterlässt anschließend einen fein herben Geschmack, den ich sehr wohltuend empfinde.

Giersch–Orangen-Smoothie
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Zutaten
  • 2 Orangen
  • 1 Banane
  • Eine Handvoll junger Giersch (Blätter und Stängel)
  • ca. 200 ml Wasser
Zubereitung
  1. Den Saft der Orangen auspressen und Banane schälen.
  2. Zusammen mit dem Giersch und dem Wasser in einem Mixer zu einer homogenen Flüssigkeit verarbeiten.

 

Literaturangaben

  1. Bühring, Ursel; Praxislehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde
  2. Fleischhauer, Guido; Essbare Wildpflanzen
  3. Dumont´s große Kräuterenzyklopädie
  4. Storl, Wolf-Dieter; Heilkräuter und Zauberpflanzen zwischen Haustür und Garten
  5. Fleischhauer, Guido; Wildpflanzen-Salate

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