Süßungsmittel

In meinen Rezepten nutze ich keinen normalen Zucker, sondern ausschließlich alternative Süßungsmittel. Nicht alle Zuckeralternativen sind Rohkost-Produkte, da sie z.B. stark erhitzt oder verarbeitet wurden. Ich verwende diese Zuckersorten trotzdem ab und an, da ich meine Rohkost undogmatisch handhabe. Hauptsache: Es schmeckt!

Folgende alternative Süßungsmittel ersetzen normalen Haushaltszucker:

Agavendicksaft

Der Sirup der Agave, auch Agavendicksaft genannt, wird aus unterschiedlichen Agaven-Arten gewonnen. Agaven wachsen in ganz Mittelamerika, wobei vor allem Mexiko als Heimat des Agavendicksafts gilt. Um an den süßen Saft der kakteenartigen Pflanze zu kommen, wird der innere Teil der Pflanze rausgeschnitten. Das entstandene Loch füllt die  Agave binnen des nächsten halben Jahres täglich mit bis zu 1,5 Litern süßen Pflanzensaft. Um den Saft haltbar zu machen, muss er nach der Entnahme gefiltert und erhitzt werden. Bei der  rohköstlichen Variante wird der Saft im Vakuum bei maximal 45 °C eingedickt.

Agavendicksaft ist süßer als Zucker und hat kaum Eigengeschmack. 100 g Zucker lassen sich durch ca. 75 g Agavendicksaft ersetzen. Aufgrund des sehr hohen Fruchtzuckergehalts sollte man mit Agavendicksaft sehr sparsam umgehen.

Ahornsirup

Ahornsirup

Ahornsirup wird aus dem Zuckerahorn gewonnen
Fotos: Kerstin Buch, Pixabay

Der Sirup kommt aus Nordamerika, größtenteils aus Kanada (Ontario und Québec), gefolgt von den USA (Bundesstaat Vermont), wo die größten flächendeckenden Ahornwälder der Welt wachsen. Dort gedeiht auch der so genannte Zuckerahorn, aus dem dieser sehr leckere und nahrhafte Sirup gewonnen wird.
Mit Hilfe einer kleinen Bohrung wird der Saft aus dem Stamm des bis zu 40 Meter hohen Baumes gezapft, gefiltert und anschließend zu Sirup eingekocht. Es wird nur so viel Saft gezapft, dass der Baum keinen Schaden nimmt und sich normal weiterentwickeln kann.

Den Sirup gibt es in verschiedenen Qualitätsstufen, die von AA über A, B und C bis hin zu D reichen. Der Sirup mit der Qualitätsstufe AA und A besitzt nur wenig Säure und gilt als der qualitativ hochwertigste Sirup.
Leider sind diese Qualitätsstufen länderübergreifend nicht verbindlich und einheitlich geregelt. Der Begriff Ahornsirup ist in Deutschland nicht geschützt, so dass selbst ein mit Zucker oder anderen Stoffen vermengter Sirup rein theoretisch noch als Ahornsirup verkauft werden dürfte (Quelle: Falsche Süße). Also Vorsicht, wenn auf der Packung nur „Ahornsirup“ ohne Grad steht. Ich kaufe Ahornsirup entweder im Bioladen oder achte auf die gängige amerikanische bzw. kanadische Qualitätseinstufung.

Zur Orientierung habe ich in der folgenden Tabelle die unterschiedlichen Qualitätsstufen zusammengefasst.

Ahorn-Sirup – Qualitätsstufen (Quelle: Wikipedia)

EuropaKanadaUSAFarbeGeschmack
AAextra-lightA light ambersehr hell
fein-mild
AlightA medium amberhellmild aromatisch
BmediumA dark ambermittelkräftig
CamberBdunkelsehr kräftig
DdarkBdunkelintensiv

Wenn du hochwertigen kanadischen Sirup kaufen möchtest, dann achte auf das folgende Gütesiegel Canada No.1 (extra-light, light, medium). Einen guten Ahornsirup aus den USA erkennst du an der Bezeichnung: 100% Pure U.S. Grade A.

Auf der folgenden Seite findest du nebst Einkaufsempfehlungen viele weitere Infos rund um den Ahornsirup: ahornsirup-welt.de.

Datteln

Getrocknete Datteln - Früchte der Dattelpalme Foto Kerstin Buch, Pixabay

Getrocknete Datteln – Früchte der Dattelpalme
Fotos: Kerstin Buch, Pixabay

Die Dattelpalme ist seit 8000 Jahren bekannt und gilt als einer der ältesten Bäume der Welt. Vermutet wird, dass die Dattelpalme ursprünglich aus der Region um den persischen Golf stammt, wo Datteln als Hauptnahrung dienten (Quelle: Dr. med. Udupa, Natürliche Heilkräfte, 1980). Heute werden Dattelpalmen hauptsächlich in Saudi-Arabien, Nordafrika, Nordwestindien, Irak, in den USA und Südeuropa angebaut.

Datteln sind sehr nahrhaft und erinnern vom Geschmack her an süßen Honig. Sie enthalten viele B-Vitamine, Kalium, pflanzliches Eiweiß und sind reich an Kohlenhydraten. Weil Datteln sogar mehr Kohlenhydrate als Vollkornbrot enthalten, wurden sie in ihrer Heimat auch als das „Brot der Wüste“ bezeichnet.

Fast jeder Teil des 15 bis 30 Meter hohen Baumes wird genutzt: Stämme und Blätter dienen als Baumaterial, aus den Fasern werden Seile hergestellt, der Saft älterer Bäume wird zu Sirup (Jaggery) eingekocht und aus den Kernen wird Dattelkaffee, Tierfutter und sogar Butter (aus den elfenbeinfarbenen Kernen der Sorte Kmour) hergestellt.

Die Früchte der vielen verschiedenen Dattelpalmenarten lassen sich in weiche, trockene und Datteln mit geringem Zuckergehalt einteilen. Die weichen Datteln enthalten so viel Saccharose, dass sie zu einer klebrigen Masse eintrocknen, die sich sehr gut zum Süßen von vielen Gerichten eignet. Bekannt sind zum Beispiel die Sorten Medjoul und Deglet Nour.

Getrocknete Datteln gibt es auch in Rohkostqualität, z.B. hier keimling.de oder hier dattel-welt.de.

Wenn du Datteln öfter zum Süßen verwendest, kannst du ein rohköstliches Dattelmus auf Vorrat herstellen. Wie das funktioniert, zeige ich dir hier.

Kokosblütenzucker

Kokosblütenzucker

Kokosblütenzucker von Big Tree Farms, Indonesin
Fotos: Kerstin Buch

Kokosblütenzucker ist ein Granulat, das aus den Blüten der Kokospalme gewonnen wird.  Der Zucker ist nicht ganz so süß wie normaler Zucker. Er hat eine leichte Karamellnote und zergeht förmlich auf der Zunge. Ich mag diesen Zucker sehr gern.

Kokosblütenzucker enthält viele Nährstoffe. Dazu gehören unter anderem: Magnesium, Kalium, Kalzium, Eisen, Zink und 16 wichtige Aminosäuren. Aufgrund seines niedrigen glykämischen Indexes wird er auch Diabetikern empfohlen, da er den  Blutzucker nicht rapide, sondern langsam und gleichmäßig ansteigen lässt.

Ich finde es sehr wichtig, nur umweltfreundlich hergestellte Produkte zu kaufen, die Natur erhalten und weder Menschen noch Tieren schaden. Die folgenden zwei Anbieter von Kokosprodukten (es gibt sicher noch weitere) finde ich sehr überzeugend: Big Tree Farms und Dr. Goerg.

Xylit/ Xylitol

Birkenzucker Fotos Kerstin Buch, Pixabay

Birkenzucker
Fotos: Kerstin Buch, Pixabay

Xylit (auch Xylitol genannt) schmeckt wie Zucker, sieht aus wie Zucker, hat die gleiche Süßkraft, aber 40 Prozent weniger Kalorien. Der einzige Unterschied ist, dass Xylit ähnlich wie Pfefferminze ein leichtes Kältegefühl auf der Zunge hinterlässt. Für die Forschung und Lebensmittelindustrie ist der Zucker besonders interessant, da Xylit nicht nur weniger Kalorien hat, sondern nachweislich Karies verhindern soll. In verschiedenen Studien konnte man nachweisen, dass Probanden, die regelmäßig Xylit-Kaugummis kauten, signifikant weniger Karies entwickelten als die entsprechenden Vergleichsgruppen. Vorteilhaft ist ebenfalls, dass Xylit im Körper insulinunabhängig verstoffwechselt wird und damit auch für Diabetiker interessant ist.

Xylit ist auch als Birkenzucker bekannt, da er ursprünglich aus finnischen Birken gewonnen wurde. Der Holzzucker kommt aber auch in vielen Gemüse- und Obstsorten sowie anderen faserreichen Pflanzen vor, wie beispielweise Buchen, Mais oder Kokosnüssen. Der oben abgebildete Zucker „Bircolin“ aus dem Reformhaus wurde aus Birken- und Buchenholz gewonnen.

Wenn du Birkenzucker kaufen möchtest, dann achte unbedingt auf die Inhaltsangaben auf der Verpackung. Wenn dort nicht explizit steht, dass der Zucker von Birken und Buchen stammt, dann wurde er vermutlich aus Mais-Glykose hergestellt. Dieser Zucker ist zwar nicht unbedingt schlechter, ich würde ihn aber nur kaufen, wenn man irgendwie sicherstellen kann, dass der Mais nicht gentechnisch verändert wurde.

Falls du mehr über Xylit erfahren möchtest, dann schau mal auf die folgenden Seiten.

Beagle Kalle

Beagle Kalle
Foto: Kerstin Buch

Achtung: Bitte gib Xylit niemals deinem Hund oder einem anderen tierischen Gefährten zu fressen. Einige Tiere können diesen Zucker nicht verstoffwechseln und davon sogar sterben. Dass auch normaler Zucker in Tiernahrung nicht besonders gesundheitsförderlich ist, ist ja ohnehin bekannt.